Mikroplastik in Peelings — Warum der Kessa Handschuh die bessere Alternative ist
2023 hat die EU Mikroplastik in Kosmetik verboten — der Kessa hat nie welches gebraucht.
Inhalt
- Was ist Mikroplastik in Peelings?
- Das EU-Verbot 2023: Was hat sich geändert?
- Wie Mikroplastik unsere Gewässer belastet
- Der Kessa Handschuh: 1.000 Jahre mechanisches Peeling
- Kessa vs. Mikroplastik-Peeling im direkten Vergleich
- So wendest du den Kessa richtig an
- Die perfekte Kombination mit Beldi Seife und Ghassoul
Was ist Mikroplastik in Peelings?
Über 500 Tonnen Mikroplastik landen jährlich allein durch Kosmetikprodukte in europäischen Gewässern — ein Großteil davon stammt aus Peelings. Bis Ende der 2010er-Jahre enthielten viele Körper- und Gesichtspeelings winzige Kunststoffkügelchen, sogenannte Mikrobeads, die aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyethylenterephthalat (PET) bestehen. Sie waren beliebt, weil sie günstig herzustellen sind, eine gleichmäßige Peeling-Textur liefern und sich gut in Formulierungen einarbeiten lassen.
Doch diese Partikel — kleiner als 5 Millimeter — passieren Kläranlagen nahezu ungehindert. Was du morgens unter der Dusche abspülst, landet über den Abwasserkreislauf in Flüssen, Seen und schließlich im Meer. Dort werden sie von Meerestieren aufgenommen, reichern sich in der Nahrungskette an und tauchen letztendlich auch auf menschlichen Tellern wieder auf. Studien der Universität Gent errechneten, dass Meeresfrüchte-Essende pro Jahr bis zu 11.000 Mikroplastikpartikel zu sich nehmen.
Das EU-Verbot 2023: Was hat sich geändert?
Am 17. Oktober 2023 trat die weitreichendste Mikroplastik-Regulierung der Welt in Kraft: Die EU-Verordnung 2023/2055 schränkt den Einsatz von absichtlich zugesetztem Mikroplastik in Produkten erheblich ein. Für Peelings und Abwaschprodukte (sogenannte „rinse-off products") gilt ein sofortiges Verbot — wer heute ein Peeling mit Kunststoff-Mikrobeads herstellt oder verkauft, verstößt gegen europäisches Recht.
Das ist ein echter Meilenstein. Doch gleichzeitig zeigt das Verbot, wie lange Industrie und Regulierung gebraucht haben, um auf etwas zu reagieren, das Umweltschützer bereits seit den 1990er-Jahren bekannt war. Unzählige Badezimmerschränke sind noch immer voll mit alten Produkten, deren Inhaltsstoffe nirgendwo transparent ausgewiesen sind. Und viele Alternativen, die nach dem Verbot auf den Markt kamen, setzen zwar kein Plastik ein, aber dafür auf synthetische Schleifmittel wie Aluminium-Oxide oder synthetische Zellulose, deren Umweltbilanz ebenfalls fragwürdig ist.
Das eigentliche Problem des EU-Verbots: Es betrifft nur absichtlich zugesetztes Mikroplastik. Mikroplastik, das durch den Abrieb von Produkten entsteht — etwa durch Waschmittel oder Reifenabrieb — fällt nicht darunter. Für die Kosmetikbranche ist das Verbot dennoch ein wichtiges Signal: Mechanische Reinigung ohne Plastik ist nicht nur möglich, sie war schon immer die bessere Wahl.
Wie Mikroplastik unsere Gewässer belastet
Das Alfred-Wegener-Institut hat in deutschen Küstengewässern über 1.400 Mikroplastikpartikel pro Kilogramm Sediment nachgewiesen — und das in Regionen, die als vergleichsweise sauber gelten. Doch die Folgen von Mikroplastik gehen weit über das sichtbare Bild hinaus:
- Bioakkumulation: Fische, Muscheln und Zooplankton verwechseln Mikroplastik mit Nahrung. Da Plastik nicht verdaut werden kann, reichert es sich im Gewebe an und wandert durch die gesamte Nahrungskette.
- Schadstofftransport: Kunststoffpartikel wirken wie Magnete für hydrophobe Schadstoffe — Pestizide, PCBs und andere persistente organische Verbindungen binden sich an die Oberfläche und werden so gebündelt in Organismen eingetragen.
- Hormonelle Disruption: Bestimmte Kunststoffadditive wie BPA und Phthalate können als endokrine Disruptoren wirken, also in die Hormonsysteme von Tieren und möglicherweise auch Menschen eingreifen.
- Persistenz: Einmal in der Umwelt, bleibt Plastik für Jahrhunderte erhalten. Es zerfällt lediglich in immer kleinere Partikel — bis hin zu Nanoplastik, das noch schwerer zu filtern und zu untersuchen ist.
Was all das mit deiner Duschgewohnheit zu tun hat? Jedes Mal, wenn du ein Peeling mit Kunststoffpartikeln benutzt, spülst du buchstäblich Plastik in den Wasserkreislauf. Dabei gibt es eine Alternative, die seit Jahrhunderten funktioniert — und die nie ein einziges Gramm Plastik benötigt hat.
Der Kessa Handschuh: 1.000 Jahre mechanisches Peeling
In marokkanischen Hammams ist der Kessa seit über einem Jahrtausend das zentrale Körperpflegeinstrument — lange bevor irgendjemand auf die Idee kam, Plastik in Kosmetik zu mischen. Der Kessa ist ein Peeling-Handschuh aus gewebtem Viskose- oder Viscose-Kunstfaser-Gewebe, das speziell für seine schleifende Wirkung entwickelt wurde. Die Textur ist rau genug, um abgestorbene Hautzellen mechanisch abzutragen, aber sanft genug, um die Haut nicht zu verletzen.

Das Prinzip ist bestechend einfach: Feuchte Haut, ein paar Minuten dämpfen oder warm duschen, dann mit dem angefeuchteten Kessa in kreisenden Bewegungen über den Körper streichen. Was sich ablöst, sind keine Plastikpartikel — sondern die oberste Schicht abgestorbener Hautzellen, die sogenannte Stratum-corneum-Schicht. Das Ergebnis nach einem einzigen Anwendungsgang kann überraschen: Die Haut wirkt heller, weicher und durchbluteter, und Pflegeprodukte wie Körperöle oder Feuchtigkeitscremes dringen tiefer ein.
Was den Kessa von modernen synthetischen Peeling-Tüchern unterscheidet: Er ist langlebig. Ein gut gepflegter Kessa Handschuh hält Monate bis Jahre. Du brauchst kein Einwegprodukt, keinen Nachschub an Plastikkügelchen-Peelings — einmal anschaffen und dauerhaft nutzen. Das ist nachhaltige Körperpflege im eigentlichen Wortsinn.
Kessa vs. Mikroplastik-Peeling im direkten Vergleich
Lass uns konkret werden. Was unterscheidet den Kessa von einem herkömmlichen Peeling mit synthetischen Schleifmitteln?
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Umweltbilanz
Der Kessa produziert kein Mikroplastik, keinen Sondermüll, keine problematischen Abwässer. Was nach der Anwendung in den Abfluss geht, sind Hautzellen — biologisch abbaubar, vollständig unbedenklich. Ein herkömmliches Plastik-Peeling hingegen sendet bei jeder Anwendung Tausende von Kunststoffpartikeln in den Wasserkreislauf. -
Effektivität
Peeling-Kügelchen gleiten über die Haut, anstatt sie wirklich zu greifen. Der Kessa hingegen wirkt mit Reibung — er „greift" die abgestorbene Hornschicht und hebt sie ab. Viele Menschen berichten nach dem ersten Kessa-Ritual von einer Haut, die sich nach zehnminütiger Anwendung weicher anfühlt als nach wochenlangem Einsatz eines handelsüblichen Peelings. -
Kosten
Ein Kessa Handschuh kostet einmalig wenig und hält lange. Peelings müssen regelmäßig nachgekauft werden, verbrauchen Verpackung und addieren sich über ein Jahr zu einem deutlich höheren Betrag. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zeigen hier in dieselbe Richtung. -
Hautgesundheit
Das Abscheuern mit dem Kessa regt die Durchblutung an und aktiviert die Erneuerung der Oberhaut. Da keine synthetischen Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Emulgatoren mitgewaschen werden, ist das Reizpotenzial minimal. Besonders für empfindliche oder zu Ekzemen neigende Haut ist die rein mechanische Methode oft verträglicher als chemisch-schleifende Alternativen. -
Ritualhaftigkeit
Ein Peeling aus dem Drogeriemarkt ist ein Produkt. Der Kessa ist ein Ritual. Das klingt romantisch, hat aber einen echten praktischen Wert: Wer sich bewusst Zeit für Körperpflege nimmt, tut es gründlicher und regelmäßiger. Hammam-Kultur bedeutet Entschleunigung — und das hat messbare Auswirkungen auf Stresslevel und Hautbild.
So wendest du den Kessa richtig an
Die meisten Menschen, die den Kessa zum ersten Mal benutzen, machen denselben Fehler: Sie wenden ihn zu früh an. Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung — die Haut muss ausreichend aufgeweicht sein, damit die Hornschicht sich lösen kann.
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Haut vorbereiten (10–15 Minuten)
Dusche warm oder bade in heißem Wasser. Je länger die Haut Feuchtigkeit und Wärme ausgesetzt ist, desto besser löst sich die Hornschicht. Im Hammam setzt man sich dafür in den heißen Bereich und lässt den Dampf wirken — zu Hause genügt eine lange warme Dusche oder ein Bad. -
Beldi Seife auftragen (optional, aber empfohlen)
Traditionell wird vor dem Kessa schwarze Seife — Beldi Seife — auf die feuchte Haut aufgetragen und einige Minuten einwirken gelassen. Die Beldi Seife enthält Kaliumhydroxid, das die Hornschicht weiter aufweicht und die Peeling-Wirkung des Kessas verstärkt. Nicht abspülen — direkt mit dem Kessa weiterarbeiten. -
Kessa anfeuchten und anwenden
Den Kessa kurz unter Wasser halten und über die Hand streifen. Mit mittlerem Druck in langen, geraden Zügen über den Körper streichen — Beine, Arme, Rücken, Bauch. Du wirst sehen, wie sich kleine graue Röllchen bilden: das sind die abgestorbenen Hautzellen, die sich lösen. Das ist normal und gewünscht. -
Gesicht mit Vorsicht
Das Gesicht hat deutlich dünnere und empfindlichere Haut als der Körper. Wenn du den Kessa im Gesicht anwenden möchtest, reduziere den Druck erheblich und begrenze die Anwendung auf 1–2 Minuten. Viele bevorzugen für das Gesicht alternativ Ghassoul-Tonerde, die sanft reinigt ohne mechanische Reibung. -
Abspülen und einpflegen
Nach dem Kessa-Ritual die Haut mit lauwarmem Wasser abspülen und sofort einpflegen — die Haut ist nach dem Peeling besonders aufnahmefähig. Natürliche Körperöle wie Argan- oder Marulaöl wirken nach dem Kessa spürbar intensiver als auf unbehandelter Haut.
Die perfekte Kombination: Kessa, Beldi Seife und Ghassoul
Das marokkanische Hammam-Ritual ist kein Einzelprodukt — es ist ein System. Drei Komponenten arbeiten zusammen, um die vollständige Reinigung und Pflege zu erreichen, die dieses Ritual seit Jahrhunderten so effektiv macht:
1. Beldi Seife — Die schwarze Kaliumseifen-Paste wird auf die feuchte Haut aufgetragen und löst in 5–10 Minuten die Bindung zwischen abgestorbenen und lebenden Hautzellen. Sie enthält kalt gepresstes Olivenöl und ist reich an Oleuropein, einem natürlichen Antioxidans.
2. Kessa Handschuh — Nach der Beldi Seife scheuert der Kessa die vorbereitete Hornschicht ab. Das mechanische Peeling ohne Chemie, ohne Plastik, ohne Rückstände.
3. Ghassoul Tonerde — Nach dem Kessa-Ritual dient Ghassoul als tiefenreinigende Maske oder als milde Haarwäsche. Die Lavaerde aus den Atlas-Bergen absorbiert Überschussfett und verschmutzte Poren, ohne die Haut auszutrocknen.
Dieses Trio ersetzt eine ganze Reihe moderner Kosmetikprodukte — Peeling, Reinigungsschaum, Gesichtsmaske, Haartönung — und das ohne ein einziges synthetisches Additiv. Für Menschen, die ihre Kosmetikroutine vereinfachen und gleichzeitig auf Mikroplastik und Kunststoffverpackungen verzichten wollen, ist das Hammam-Ritual eine vollständige Antwort.
Tebrima, das traditionelle marokkanische Peeling-Pulver aus gemahlenem Kieselgur und natürlichen Mineralien, ist eine weitere sinnvolle Ergänzung — besonders für Körperbereiche, die von der mechanischen Wirkung des Kessa profitieren, aber einen milderen Einstieg brauchen. Gemischt mit etwas Wasser oder Öl entsteht eine Peeling-Paste, die rein mineralisch und vollständig biologisch abbaubar ist.

Ghassoul Lavaerde
Marokkanische Tonerde für Gesicht, Körper und Haare — der dritte Schritt im Ritual
EntdeckenIst der Kessa Handschuh wirklich effektiver als ein Peeling mit Schleifmitteln?
Ja — für die meisten Menschen sogar deutlich. Synthetische Schleifmittel und Mikroplastikkügelchen gleiten über die Hautoberfläche, während der Kessa durch seine textile Struktur die Hornschicht mechanisch „greift" und abhebt. Das ist besonders bei verhornten Bereichen wie Ellbogen, Knien und Fußballen spürbar. Nach dem ersten Kessa-Anwendung berichten viele, dass sich ihre Haut anders — weicher und gleichmäßiger — anfühlt als nach Monaten mit herkömmlichen Peelings. Entscheidend ist die richtige Vorbereitung: Die Haut muss ausreichend mit Wasser und Wärme aufgeweicht sein, damit die Hornschicht sich lösen kann.
Sind wirklich alle Peelings mit Mikroplastik jetzt in der EU verboten?
Für sogenannte „rinse-off products" — also Produkte, die abgespült werden, wie Körperpeelings, Gesichtspeelings und Duschgels — gilt seit Oktober 2023 ein sofortiges Verbot für absichtlich zugesetztes Mikroplastik. Für andere Produktkategorien wie Leave-on-Produkte (Cremes, Lippenstifte) gelten längere Übergangsfristen von bis zu 12 Jahren. Das Verbot erfasst außerdem nur absichtlich zugesetztes Mikroplastik — nicht Plastik, das durch Produktabrieb oder andere Quellen in die Umwelt gelangt. Ein weiterer Grund, auf vollständig plastikfreie Alternativen wie den Kessa zu setzen.
Kann ich den Kessa auch im Gesicht anwenden?
Ja, aber mit deutlich reduziertem Druck und kürzerer Einwirkzeit. Die Gesichtshaut ist dünner und empfindlicher als Körperhaut und reagiert stärker auf mechanische Reize. Wenn du den Kessa im Gesicht ausprobieren möchtest, starte mit einer einminütigen Anwendung mit sanftem Druck — und beobachte, wie deine Haut reagiert. Alternativ bietet sich Ghassoul Tonerde als sanftere Gesichtspeeling-Alternative an: Einfach mit Wasser zu einer Paste anrühren, auftragen, einwirken lassen und sanft abrubbeln. Für Akne-Haut oder gerötete Haut empfehlen wir, vor der Anwendung eine Dermatologin oder einen Dermatologen zu konsultieren.
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